Unsere Geschichte

Vom Kesselsweyer zum Freibad Aufderhöhe

Ehrenamtliche kümmerten sich stets um die Belange der Aufderhöher Bürger. Der Arbeiter Turn- und Sportverein gründete 1923 eine Badegenossenschaft, um eine Bade- und Erholungsstätte zu schaffen. Zu den maßgeblichen Mitgliedern zählten Karl Zickel sen., Isaak Röltgen, Cuno Rothstein, Willi Reis, Artur Plücker, Erich und Max Boes, und Kuno Schultes.

Nach dem Zweiten Weltkrieg engagierten sich erneut Ehrenamtliche, darunter Paul Nettelbeck, Heinz Toholt, Hans Grah, Fritz und Karl Zickel, Heinz Möckel, Rudolf und Kurt Cremerius.

Für den Bau des neuen Bades von 1961 bis 1963 setzten sich insbesondere Günter Rehorn und Hans Grah ein. Die Pläne wurden von P.M. Götze umgesetzt.

Die Besucherzahlen stiegen erheblich, ebenso die Kosten. Ehrenamtliche Tätigkeiten waren weiterhin notwendig, um das Bad instand zu halten. Unter der Leitung von Bademeister Gert Grah und anderen wurde der Betrieb aufrechterhalten.

1975 wurde vom Vorstand des TSV mit der Stadt ein neuer Vertrag ausgehandelt. Foto: (v.l.) Friedhelm Zickel, Erika Rothstein, P.W. Speck

Nach 28 Jahren wurde das Freibad aus wassertechnischen Gründen nicht mehr für den Badbetrieb freigegeben. Das chlorierte Wasser durfte nicht mehr in den Burbach eingeleitet werden. Ein Kanal war nicht vorhanden.

Die Badverwaltung im TSV versuchte Alternativen anzubieten. Pläne für eine günstige Sportanlage wurden erstellt und aus Kostengründen wieder verworfen.

Am 22.03.1996 wurde im Bergischen Hof Aufderhöhe der Förderverein Freizeit- und Badgelände Aufderhöhe gegründet. Fred Wachholder wurde zum 1. Vorsitzenden gewählt, Brigitte Trautler zur Vermögensverwalterin und Dagmar Krauß zur Geschäftsführerin. Schon nach zwei Monaten zählte der Förderverein 200 Mitglieder.

Der Vorstand des Fördervereins konnte das Ziel, eine Freizeitanlage mit Badebetrieb bis 2007 zu schaffen, nicht durchsetzen.

Der danach gewählte Vorstand scheiterte an der Klage eines Anwohners der Höher Heide vor dem OVG NRW in Münster. Der vom Rat der Stadt Solingen beschlossene Bebauungsplan H 571 wurde für unwirksam erklärt.

Insgesamt waren während der vielen Jahre zahlreiche ehrenamtliche Helfer tätig.

Vorgeschichte zum Freibad Aufderhöhe

Aus der Chronik vom Kesselsweyer zum Volksbad "Erholung Aufderhöhe" um 1928

Am Zufluss des Burbaches lag der Teich Kesselsweyer. Als ehemaliges Gemarkenland war ein Teil des Geländes in den Besitz der Stadt Höhscheid gelangt. Schon lange plante man den Ausbau zu einem Erholungsbad. Aber der 1. Weltkrieg machte einen Strich durch die Rechnung.

1923, mitten in der Inflationszeit, ergriffen die Sportler des Arbeiter Turn- und Sportvereins Aufderhöhe die Initiative zum Ausbau des Bades. Lange Verhandlungen mit der Stadt, den Anliegern und eventuellen Geldgebern gingen voraus. Eine Badegenossenschaft, der man den Namen "Erholung" gab, wurde als organisatorische Klammer gegründet. Viele Sportler opferten ihre Freizeit, um ein Volksbad zu schaffen. Die Zielsetzung war, möglichst vielen Menschen zu niedrigen Preisen durch Volkssport Gesundheit und Freude zu bieten.

1925 war das Bad weitgehend fertig. Es konnte gebadet und auch wettkampfmäßig geschwommen werden. Wegen der wunderschönen Lage, den großen sonnigen Liegewiesen und dem einwandfreien Wasser war das Bad sehr beliebt.

Die NS-Zeit von 1933 bis 1945

Die politischen Ereignisse 1933 brachten ein jähes Ende der Entwicklung des Arbeiter Turn- und Sportvereins Aufderhöhe. Das Bad, das bereits in den 1920er Jahren wegen der Leistungen und Zukunftserwartungen der organisierten Arbeiterbewegung im „Roten Solingen" den Namen das "Rote Meer" bekam, wurde enteignet. Es erhielt nun den nationalsozialistischen Namen „Horst Wessel Bad". Es wurde zwar weiterhin noch gebadet, aber das Bad verfiel immer mehr.

Das Freibad Aufderhöhe nach dem 2. Weltkrieg

Als sich die noch lebenden Mitglieder der Badgenossenschaft nach dem Kriege zusammenfanden und neu beginnen wollten, mussten sie schnell einsehen, dass dieses Ansinnen zunächst über ihre Kräfte ging. Der neu entstandene Turn- und Sportverein Aufderhöhe verhandelte mit der Stadt und den Besatzungsbehörden und pachtete das alte verkommene Bad.

Als Namen wählte man "Freibad Aufderhöhe". Von der Stadt erhielt der Verein 5000 Ziegelsteine aus Trümmerschutt, Dachpappe, Glas und Holz. Viele Firmen unterstützten die Bemühungen. Im Sommer 1946 konnte das Freibad wieder eröffnet werden. In der sonnigen Badesaison 1947 kamen rd. 60.000 Besucher.

Die Währungsreform 1948 brachte wieder einen Einbruch, die Leute hatten einfach kein Geld. Später ging es dann natürlich wieder besser. Durch viele Helfer des Vereins wurde das Bad in Ordnung gebracht. Die Schwimmer im TSV hatten endlich wieder eine Heimat. Durch Spenden und Geldvorschüsse des Hauptvereins konnte eine Rutsche gebaut werden.

Ende der 1950er Jahre waren die Sommerfeste im Freibad sehr beliebt.

Kesselsweyer in den 1950er Jahren

Modernisierung und Existenzsorgen

Nach langen Verhandlungen mit der Stadt und dem Land wurde es möglich, 1962 das Bad komplett umzubauen. Die Finanzierung gestaltete sich allerdings teilweise als sehr schwierig. Auch hier halfen natürlich wieder viele Vereinsmitglieder mit. Für 50 geleistete Arbeitsstunden bekamen die Mitglieder eine Freikarte auf Lebenszeit. Durch die 2 großen Becken, jeweils 50 m lang, stieg die Besucherzahl erheblich.

An Wochenenden waren zuweilen ca. 3.000 Badegäste im neuen Freibad. Trotz der vielen Besucher konnte das Bad nicht kostendeckend betrieben werden. Ein jährlicher Zuschuss der Stadt war notwendig. Bei schlechtem Wetter überstiegen die Kosten oft die Einnahmen. Dieses Minus konnte zum Teil nur mit Krediten der Sparkasse und mit Zuschüssen des Hauptvereins gedeckt werden. Anfallende Pflegearbeiten wurden durch Mitglieder der Badverwaltung erledigt. Das waren unter anderen: Rudolf u. Kurt Cremerius, Gunter Krapp, Rudi Pöppel, Helmut Möckel; Schwimmmeister war Gert Grah. An den Wochenenden wurde er von der DLRG unterstützt.

Mitte der 1960er Jahre

Kurz vor dem 100-jährigen Bestehen des Vereins gelang es, unter Federführung von P.W. Speck, Friedhelm Zickel und Erika Rothstein, einen neuen Pachtvertrag mit der Stadt Solingen über das Freibad Aufderhöhe abzuschließen. Die Zukunft dieser geschichtsträchtigen Erholungs- und Sportstätte schien gesichert.

Mitte der 1980er Jahre

wurden die Umweltauflagen verstärkt. Die Untere Wasserbehörde untersagte die Einleitung des leicht chlorierten Überlaufwassers in den Burbach. Leider hatten die Planer der 1960er Jahre die Überlaufrinnen nicht an den Kreislauf der Filteranlage angeschlossen. Die Stadt als Eigentümerin hätte hier Abhilfe schaffen müssen. Dies war allerdings nicht so einfach. Ein Kanal, der ca. 300.000 DM kosten sollte, müsste hierzu gebaut werden. Die Untere Wasserbehörde gab bis 1990 jährlich eine Sondergenehmigung. Dann aber war endgültig Schluss. 1991 wurde das Bad zur Eröffnung nicht mehr freigegeben.

Chronologie 1992-2013

1992

Expertenkommissionen wurden nun eingeschaltet, denn es galt zu retten, was zu retten war. Untersuchungen der Bausubstanz ergaben, dass nach 30-jährigen Betrieb große Mängel aufgetreten waren. So nach und nach kam man zu der Überzeugung, es sei eine Grundsanierung nötig.

Das Planungsbüro Geller & Müller aus Mainz wurde mit der Planung eines neuen Freibades beauftragt. Die Kosten wurden auf 8 Mio. DM veranschlagt. Eine abgespeckte Variante immerhin noch auf 5,9 Mio. DM.

„Wir stellen uns vor, dass die Willensbildung in der Politik bis zum Juni abgeschlossen ist, damit wir das Freibad 1994 eröffnen können", sagte Jochen Dammer, Sprecher des Arbeitskreises im TSV Aufderhöhe.

Als die Pläne auf dem Tisch lagen, waren zunächst alle begeistert, aber als die Kosten dazu offengelegt wurden, zuckten alle zusammen. Es galt nun die Planung soweit zurückzufahren, damit eine Finanzierung möglich ist. In langwierigen Verhandlungen, in die auch das Hochbauamt eingeschaltet war, kamen wir mit dem Planer nicht auf einen Nenner. Eine kostspielige Vertragsauflösung war notwendig. Leider haben wir dadurch fast 2 Jahre Zeit verloren.

1993

Aktive Planung des TSV für den Erhalt des Freibades Aufderhöhe

Aktiv mitarbeiten will der TSV Aufderhöhe bei der möglichen Modernisierung des Freibades. Sollten entsprechende Mittel vom Land fließen, will der Verein 5000 Arbeitsstunden einbringen.

1994

wurde die Planungsgruppe Reuter + Partner mit einer neuen Planung beauftragt. Vorausgegangen war gerade die Fertigstellung eines Freibades in Issum. Der Sportausschuss sowie der Badausschuss des TSV Aufderhöhe konnten sich eine Übertragung auf unsere Verhältnisse vorstellen. Die Kosten des neuen Bades sollten 5 Mio. DM betragen. Der Renovierung des Freibades Aufderhöhe stand nun nichts mehr im Wege. Mit der Zuschussbewilligung des Landes NRW von rund 800.000 DM wurde der durch verschiedene Ratsbeschlüsse vorgegebene Rahmen eingehalten.

Eine Liste mit ca. 650 Unterschriften sowie eine Planung für das Freibad Aufderhöhe wird von Manfred Heim, Mitglied des Freibadausschusses, an Oberbürgermeister Gerd Kaimer überreicht.

Nach der Kommunalwahl, im Oktober 1994, wurden vorher gemachte Zusagen wieder in Frage gestellt. Anlässlich einer Podiumsveranstaltung im Foyer der Schule Vogelsang votierten die SPD und die Fraktion der Grünen eindeutig für die Renovierung des Freibads Aufderhöhe. Als dann noch bekannt wurde, dass der Zuschuss von 806.500 DM in Düsseldorf genehmigt würde, schienen alle Hürden überwunden zu sein. Aus politischen Kreisen wollte man aber keine verbindlichen Zusagen machen, wann es denn endlich los gehen könnte. Spätestens im Frühjahr 1995 hätte der Arbeitskreis Freibad skeptisch werden müssen. Die Verzögerungstaktik war einfach nicht mehr zu übersehen.

1995

Sitzung des Stadtrates am 06.07.1995:

SPD, Sprecher Herr Ulrich Uibel: Im Bereich der Bädersituation wird für Aufderhöhe kein Geld für die Renovierung von 4 Mio. DM zur Verfügung gestellt. Der Zuschuss des Landes wird zurückgegeben.

CDU, Sprecher Herr Franz Haug: stimmt für die Schließung Aufderhöhe, plädiert für das Heidebad.

Bündnis 90/ die Grünen, Sprecherin Frau Sylvia Löhrmann: Die Grünen haben sich als einzige Partei für das Freibad Aufderhöhe eingesetzt.

FDP, Sprecher Herr Bertenburg: keine Mittel für Aufderhöhe.

Dann das endgültige Aus, der gesamte Solinger Etat wurde von der Kommunalaufsicht in Düsseldorf nicht genehmigt. Das Freibad-Projekt fiel damit dem Haushaltssicherungskonzept (HSK) zum Opfer.

Funktionsfähiges Freibad in Ohligs / Aufderhöhe erhalten

Für den Bereich Ohligs / Aufderhöhe sei es unerlässlich, ein funktionierendes Freibad zu erhalten, nimmt Sportbund-Präsident Hartmud Lemmer zu der Bäderdiskussion Stellung. Der von der SPD geplante Kahlschlag durch die Schließung des Heidebades, bei gleichzeitigem Verzicht auf den Umbau des Aufderhöhe Bades, sei um so unverständlicher vor dem Hintergrund der geplanten Wohnbebauung im Gebiet Börkhauser Feld.

Bürgerbegehren in Sachen Heidebad

Wenn der Rat die Aufgabe des Heidebades beschließen sollte, wollen die Ohligser ein Bürgerbegehren starten. Dazu sind 12.000 Unterschriften notwendig.

Wir, der TSV Aufderhöhe, setzten uns weiterhin für die Erneuerung des Freibades in Aufderhöhe ein.

1996

Am 22.03.1996 wurde im Bergischen Hof Aufderhöhe der „Förderverein Freizeit Sport- und Badegelände Aufderhöhe" gegründet. Als 1. Vorsitzender wurde Fred Wachholder gewählt. Schon nach 2 Monaten hatten sich ca. 200 Mitglieder dem Förderverein angeschlossen. Unter dem Motto: Nicht abwarten und zusehen, sondern selber anfassen und mitmachen, wurde der Verein aktiv. Es galt, in Zusammenarbeit mit dem Freibadausschuss des TSV ein neues Konzept und Finanzierungsmöglichkeiten zu erschließen.

Im Juni 1996 wurde mit dem Ingenieur Büro Solingen, unter Architekt Joachim Buchmüller, ein neues Planungskonzept erarbeitet. Ziel war es, die Bad- und Freizeitanlage als Ganzjahresbetrieb zu betreiben. Das Sportbecken sollte auf 6 x 25 m zurückgebaut werden. Das Sprungbecken bleibt bestehen. Das Nichtschwimmerbecken soll verkleinert und als Erlebnisbecken konzipiert werden. Für die Trägerschaft wird eine gemeinnützige GmbH gegründet. Im Zuge der gesamten Konzeption könnte der Freizeitsport- und Badegelände Mittelpunkt des Vereins werden. Im großzügigen Ausbau des Garderobentraktes könnten die Geschäftsstelle, Gymnastikräume, Kraftraum, Umkleiden und Duschen sowie ein Jugendraum unter einem Dach vereint sein. Das Konzept soll den Abteilungen in einer Klausurtagung vorgestellt werden. Die Kosten wurden auf 1,4 Mio. DM geschätzt. Zur Finanzierung könnte das vereinseigene Gelände, hinter der Turnhalle, veräußert werden.

Jochen Ohliger, Vorsitzender des TSV Gesamtvereins, bemüht sich bei der Stadt Solingen unter Leitung von Oberstadtdirektor Ingolf Deubel um einen neuen Vertrag für das Freibadgelände. Ein jährlicher Zuschuss der Stadt von 150.000 DM wurde für die Betriebskosten beantragt.

Das Konzept wird der Solinger Presse vorgestellt.

Die geplante Bad-, Sport- und Freizeitanlage soll dem TSV eine neue Heimat geben. Für die Menschen in Aufderhöhe und im weiteren Umkreis soll eine Freizeitanlage für Kinder, Jugendliche, junge Familien und für die ältere Generation entstehen.

2012

Abriss der Becken

Durch eine Renaturierungsmaßnahme des Landes NRW begann im September die Offenlegung des verrohrten Burbachs. Der Bergisch-Rheinische-Wasserverband (BRW) war für diese Aufgabe zuständig. In Abstimmung mit den Technischen Betrieben der Stadt Solingen (TBS) unter der Bauleitung von Herrn Artur Pach und dem Bauleiter des BRW, Herrn Frank Grittner, wurden die Arbeiten vorbereitet. Als erstes sollten die beiden Schwimmbecken abgebrochen werden. Mit schwerem Gerät wurden die Beckenböden geöffnet, um das Grundwasser abzuleiten. Die Beckenwände mit den Startblöcken fallen dem Bagger zum Opfer. Als Wahrzeichen sollen die Sprungtürme erhalten bleiben.

Der Bagger rollt an - Die Bodenstärke wird geprüft - Die Abrissbirne im Einsatz - Die Wasserleitung ist gekappt - Im Sprungbecken - Der Weg zum Ziel - Der Burbach erhält ein neues Bachbett - Der Teich muss weichen - Das neue Bachbett entsteht - Der Burbach kann fast schon fließen - Der Bachanstich - Die Macher: Herr Grittner vom BRW, Herr Pach und Frau Mittendorf vom VBS
Der vom Rat der Stadt Solingen im Oktober 2011 genehmigte Bebauungsplan H 571 wurde am 31.08.